Ausleitende Verfahren

Ausleitende Verfahren gehören zu den klassischen naturheilkundlichen Behandlungsmethoden. Sie umfassen u. a. den bekannten Aderlass, das Schröpfen, das Baunscheidtieren, das Blutegelsetzen, das Cantharidenpflaster, das Fasten, sowie Wickel, Schwitzkuren oder basische Bäder. Ergänzt werden die Methoden durch ausleitende, meist homöopathische Medikamente oder im weiteren Sinne auch durch die Chelat Therapie.

Die Darstellungen von Schröpfgläsern sind bereits aus dem alten Ägypten überliefert. Im klassischen Griechenland war das Schröpfen so geschätzt, dass die Schröpfglocke zum Emblem des Arztes wurde. Mit (blutigem oder unblutigem Schröpfen) lassen sich über Hautareale innere Organe beeinflussen oder Muskelverspannungen lösen. Sie wird angewandt als ausleitendes Verfahren zur Entlastung, oder Anregung des Organismus. Beliebt ist auch die Massage mit Schröpfköpfen.

Bei einem Aderlass wird venöses Blut mit sterilen Systemen (ähnlich wie bei der Blutspende) abgenommen. Die jeweils entnommene Menge und der Ort des Aderlasses richten sich u.a. nach Krankheit, Geschlecht, Konstitution und Alter des Patienten. Ziel dieser Behandlung ist aus naturheilkundlicher Sichtweise u. a. eine Reinigung sowie die Förderung einer Entlastung des Blutes. Schulmedizinisch kommt der Aderlass auch heute noch bei der Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) zum Einsatz.

Die Baunscheidttherapie ist ein alternativmedizinisches Behandlungsverfahren, das auf der Reizung der Haut beruht und um 1840 von dem westfälischen Gewerbelehrer, Stellmacher und Erfinder Carl Baunscheidt (1809–1873) angewendet wurde. Der „Lebenswecker“ ist ein Nadelungsgerät. Es besteht aus einer münzgroßen Scheibe an einem Griff. In der Scheibe sind 25–30 sterile Einwegnadeln befestigt, die von Hand oder mit einer Feder bedient werden. Die Haut wird über den entsprechenden Körperzonen gereizt. Diese Methode kann mit der Schröpftherapie kompiniert werden. Im Gegensatz zum "triockenen Schröpfen" benennt sich diese Anwendung "blutiges Schröpfen". Neben den sterilen Einwegköpfen zur Hautnadelung werden auch sterile Einwegschröpfglocken verwendet.